Paper · arXiv 2407.21783
The Llama 3 Herd of Models
Veröffentlicht cs.AIcs.CLcs.CVcs.LG arXivPDF
Zusammenfassung in drei Zeilen
- 🎯 Entwicklung frei zugänglicher Basismodelle, die proprietären Spitzenmodellen beim logischen Schließen, bei der Mehrsprachigkeit, beim Coding und beim Tool Use Paroli bieten und dabei zuverlässig skalieren.
- 🔧 Skalierung dichter Transformer-Architekturen (bis zu 405B Parameter auf 15,6T Tokens) unter Einsatz von 4D-Parallelität, maßgeschneiderter RoCE-Vernetzung, mehrstufiger Kontexterweiterung auf 128K und iterativem Post-Training (SFT, Rejection Sampling und DPO).
- 📈 Llama 3 405B erreicht State-of-the-Art-Leistung für offene Modelle und zieht auf Benchmarks wie GSM8K (96,8 %), HumanEval (89,0 %) und MMLU (87,3 %) mit Modellen wie GPT-4 gleich.
Abstract
Moderne Systeme der künstlichen Intelligenz (KI) basieren auf Foundation Models (Basismodellen). Diese Arbeit stellt eine neue Reihe von Basismodellen namens Llama 3 vor. Es handelt sich um eine Modellfamilie von Sprachmodellen, die Mehrsprachigkeit, Programmierung, logisches Schließen und die Nutzung von Werkzeugen nativ unterstützen. Unser größtes Modell ist ein dichter Transformer mit 405B Parametern und einem Kontextfenster von bis zu 128K Tokens. Diese Veröffentlichung präsentiert eine umfassende empirische Evaluierung von Llama 3. Wir stellen fest, dass Llama 3 bei einer Vielzahl von Aufgaben eine vergleichbare Qualität wie führende Sprachmodelle wie GPT-4 liefert. Wir veröffentlichen Llama 3 öffentlich, einschließlich vortrainierter und nachtrainierter Versionen des Sprachmodells mit 405B Parametern sowie unseres Llama Guard 3-Modells für Ein- und Ausgabesicherheit. Die Arbeit präsentiert zudem die Ergebnisse von Experimenten, in denen wir Bild-, Video- und Sprachfähigkeiten über einen kompositionellen Ansatz in Llama 3 integrieren. Wir beobachten, dass dieser Ansatz bei Bild-, Video- und Spracherkennungsaufgaben konkurrenzfähig mit dem aktuellen Stand der Technik ist. Die resultierenden Modelle werden noch nicht allgemein freigegeben, da sie sich noch in der Entwicklung befinden.
Original-Abstract (Englisch)
Modern artificial intelligence (AI) systems are powered by foundation models. This paper presents a new set of foundation models, called Llama 3. It is a herd of language models that natively support multilinguality, coding, reasoning, and tool usage. Our largest model is a dense Transformer with 405B parameters and a context window of up to 128K tokens. This paper presents an extensive empirical evaluation of Llama 3. We find that Llama 3 delivers comparable quality to leading language models such as GPT-4 on a plethora of tasks. We publicly release Llama 3, including pre-trained and post-trained versions of the 405B parameter language model and our Llama Guard 3 model for input and output safety. The paper also presents the results of experiments in which we integrate image, video, and speech capabilities into Llama 3 via a compositional approach. We observe this approach performs competitively with the state-of-the-art on image, video, and speech recognition tasks. The resulting models are not yet being broadly released as they are still under development.
Leseleitfaden
Problem und Motivation
Moderne Systeme der künstlichen Intelligenz stützen sich stark auf massive Basismodelle, doch die leistungsfähigsten Modelle (wie GPT-4) blieben bislang proprietär und geschlossen. Der Aufbau eines frei zugänglichen Modells der Spitzenklasse erfordert die Überwindung enormer technischer Engpässe über drei Grundpfeiler hinweg: Datenkuration, Rechenskalierung und Beherrschung der Systemkomplexität.
Die Autoren entwickeln Llama 3, eine Familie mehrsprachiger Sprachmodelle mit 8B, 70B und 405B Parametern, die Kontextfenster von bis zu 128K Tokens, Zero-Shot- und mehrschrittigen Tool Use, fortgeschrittenes logisches Schließen (Reasoning) sowie Codegenerierung unterstützen.
Zentrale Ideen
- Beherrschung der Komplexität mit dichter Architektur: Anstatt auf Mixture-of-Experts (MoE)-Architekturen umzusteigen, bleiben die Autoren bei einem standardmäßigen dichten Transformer (126 Schichten, Dimension 16.384, 128 Attention Heads für 405B) mit Grouped-Query Attention (GQA) und RoPE mit einer Basisfrequenz von , um die Stabilität des Vortrainings zu maximieren.
- Datenskalierung und rigide Filterung: Das Pre-Training expandiert von 1,8T Tokens bei Llama 2 auf rund 15,6T Tokens über diverse Domänen hinweg (~50 % Allgemeinwissen, 25 % Mathematik/Reasoning, 17 % Code, 8 % Mehrsprachigkeit).
- Vorhersagbare Skalierungsgesetze (Scaling Laws): Ein zweistufiges Skalierungsgesetz-Framework verknüpft die Rechenleistung über vier Größenordnungen hinweg mit der Leistung bei nachgelagerten Aufgaben (wie dem ARC Challenge), noch bevor das eigentliche Training beginnt.
- Iteratives Post-Training: Sechs Alignment-Runden, die Supervised Fine-Tuning (SFT), Rejection Sampling (RS) und Direct Preference Optimization (DPO) mit gezielter Generierung synthetischer Daten kombinieren.
- 4D-Parallelität & Infrastruktur: Vortraining des 405B-Modells auf bis zu 16K H100-GPUs unter Verwendung einer Kombination aus Tensor Parallelism (TP), Context Parallelism (CP), Pipeline Parallelism (PP) und Fully Sharded Data Parallelism (FSDP/DP).
Methode (mit den wichtigsten Gleichungen)
1. Formulierung der Skalierungsgesetze
Die rechenoptimale Token-Zuweisung wird als Potenzgesetz-Funktion des Rechenbudgets modelliert:
Empirische Anpassungen über Rechenbudgets zwischen und FLOPs ergaben . Die Extrapolation auf das Zielbudget von FLOPs legte das Training eines Modells mit 402B Parametern auf 16,55T Tokens nahe, was die finale Architektur von 405B Parametern leitete.
2. Kontextfenster-Erweiterung und Attention-Maskierung
Die Skalierung des Kontexts von 8K auf 128K Tokens erfolgt in sechs kontinuierlichen Pre-Training-Stufen über rund 800B Tokens. Um eine gegenseitige Verfälschung (Cross-Contamination) zwischen Dokumenten zu verhindern, die in denselben langen Kontext gepackt sind, wird eine benutzerdefinierte Dokument-Attention-Maske angewendet.
Context Parallelism (CP) teilt Eingabesequenzen in Abschnitte und führt ein All-Gather-Kommunikationsmuster über Key ()- und Value ()-Repräsentationen aus. Da GQA die Größe von und im Vergleich zu den Queries () reduziert, ist der Kommunikationsaufwand des All-Gather im Vergleich zur Attention-Berechnung vernachlässigbar gering.
3. Anpassungen der Direct Preference Optimization (DPO)
Bei der Präferenzoptimierung werden Formatierungs-Tokens (Header und Abbruchmarkierungen) explizit von der DPO-Loss-Funktion maskiert, um repetitive Ausgaben am Ende oder vorzeitige Abbrüche zu verhindern. Zudem wird der gewählten Sequenz ein zusätzlicher Regularisierungsterm auf Basis der negativen Log-Likelihood (NLL) hinzugefügt:
Ergebnisse (mit den wichtigsten Zahlen)
- Benchmarks des Flaggschiffmodells 405B:
- MMLU (5-shot): 87,3 % (0-shot CoT: 88,6 %)
- GSM8K (8-shot, CoT): 96,8 %
- MATH (0-shot, CoT): 73,8 %
- HumanEval (0-shot): 89,0 %
- ARC Challenge (0-shot): 96,9 %
- IFEval: 88,6 %
- Kleinere Modelle (8B und 70B): Beide Modelle übertreffen vergleichbare Open-Source-Konkurrenten (z. B. Gemma 2 9B, Mistral 7B, Mixtral 8x22B). Beispielsweise erreicht Llama 3 8B 73,0 % bei 0-shot CoT MMLU und 84,5 % auf GSM8K.
- Langer Kontext: Perfekter 100%-Retrieval beim Einzel-Needle-In-A-Haystack bis zu 128K Tokens und 98,1 % beim Multi-Needle-Recall für das 405B-Modell.
- Pre-Training-Effizienz: Die BF16 Model FLOPs Utilization (MFU) erreichte über verschiedene Konfigurationen hinweg 38–43 % auf 16.384 H100-GPUs, wobei über einen 54-Tage-Ausschnitt trotz 466 Unterbrechungen eine effektive Trainingszeit von über 90 % aufrechterhalten wurde.
Grenzen und offene Fragen
- Hardware-Zuverlässigkeit und Skalierungsfluktuationen: Bei einer Größenordnung von 16K GPUs traten Hardware-Unterbrechungen im Schnitt mehrmals täglich auf (78 % der unerwarteten Unterbrechungen waren auf Hardware-/GPU-Probleme zurückzuführen). Gleichzeitige Leistungsschwankungen von mehreren Dutzend Megawatt während des Checkpointings oder kollektiver Schritte stellen Rechenzentren vor große elektrotechnische Herausforderungen.
- Lücke bei der adversariellen Robustheit: Während die Modelle bei Paraphrasierungs-Benchmarks (PAWS) widerstandsfähig sind, zeigen adversarielle Benchmarks für mathematisches Schließen und QA (GSM-Plus, Adv SQuAD) signifikante Leistungseinbußen im Vergleich zu nicht-adversariellen Tests.
- Multimodale Verfügbarkeit: Vision- und Sprach-Adapter demonstrierten in Forschungsumgebungen wettbewerbsfähige Fähigkeiten, verblieben jedoch in der aktiven Entwicklung und wurden nicht in die anfängliche öffentliche Veröffentlichung aufgenommen.
Schlüsselbegriffe
- 4D Parallelism
- Die parallele Trainingskonfiguration, die Tensor Parallelism (TP), Context Parallelism (CP), Pipeline Parallelism (PP) und Data Parallelism (FSDP) über Tausende von GPUs hinweg kombiniert.
- Grouped Query Attention (GQA)
- Eine Attention-Variante, bei der mehrere Query-Heads gemeinsame Key-Value-Heads nutzen (hier 8 KV-Heads), um den Speicherbedarf des Key-Value-Caches während der Inferenz zu reduzieren.
- Context Parallelism (CP)
- Eine Technik, die lange Eingabesequenzen auf mehrere GPUs aufteilt und eine All-Gather-Kommunikation über Key- und Value-Projektionen nutzt.
- Direct Preference Optimization (DPO)
- Ein präferenzoptimierender Algorithmus ohne Reinforcement Learning, der im Post-Training verwendet wird, um Modellgenerierungen an menschliche Präferenzen anzupassen.
- Rejection Sampling (RS)
- Ein Post-Training-Verfahren, bei dem mehrere Ausgaben aus einem Policy-Modell gesampelt und mithilfe eines Reward-Modells gefiltert werden, um hochwertige SFT-Trainingsdaten zu erzeugen.
- IsoFLOPs curves
- Kurven, die den empirischen Loss über verschiedene Kombinationen von Modellgröße und Token-Anzahl bei festen Rechenbudgets messen, um rechenoptimale Architekturen zu bestimmen.
- Model FLOPs Utilization (MFU)
- Das Verhältnis der tatsächlich erreichten Gleitkommaoperationen pro Sekunde zum theoretischen maximalen Spitzendurchsatz der Hardware.
- Annealing
- Eine finale Pre-Training-Phase, in der die Lernrate über hochwertigen, domänenspezifischen Datensätzen linear gegen null abfällt.
Fragen
Welche Kontextlängen unterstützen die Llama 3-Modelle?
Alle Llama 3.1-Modelle (8B, 70B und 405B) unterstützen Kontextlängen von bis zu 128K Tokens, was durch ein stufenweises Long-Context-Pre-Training und Anpassungen der RoPE-Basisfrequenz (500.000) erreicht wurde.
Warum haben sich die Autoren für eine dichte Architektur anstelle von Mixture-of-Experts (MoE) entschieden?
Um der Trainingsstabilität Vorrang einzuräumen und die technische Komplexität bei massiven Rechenbudgets ( FLOPs) beherrschbar zu halten; dabei wurde architektonische Einfachheit mit bewährten Skalierungseigenschaften gegenüber MoE bevorzugt.
Wie wurden synthetische Daten während des Post-Trainings verwendet?
Über 2,7 Millionen synthetische Code-Dialoge wurden mithilfe von Ausführungs-Feedback, statischen/dynamischen Lintern und Unit-Tests generiert; flankiert von synthetischen Daten für Rückübersetzung, mehrschrittigen Tool Use und Dokumentzusammenfassung.
Sind die multimodalen Versionen für Vision und Sprache in der ersten Veröffentlichung enthalten?
Nein. Obwohl das Paper Experimente zur Integration von Bild-, Video- und Audio-Encodern über Cross-Attention-Adapter beschreibt, befanden sich diese Modelle zum Zeitpunkt der Publikation laut Meta noch in aktiver Entwicklung.
Die Übersicht auf dieser Seite wurde von einer KI aus dem Paper erstellt und kann Fehler enthalten. Details stehen im Paper.